LandFrauen aktiv für die Insektenwelt

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Wir pflanzen eine Bienenweide

Im vergangenen Jahr schlug der LandFrauenlandesverband den Ortsvereinen vor, doch eine Bienenweide zu pflanzen. Davon hatten die meisten von uns noch nichts gehört. Handelte es sich hier um eine bestimmte Sorte der Weidenbäume, die sich auch wunderbar zum Binden verschiedener Dekorationen eignet?

Nein, hier geht es um die Fläche, auf der Bienen weiden können und sich ihren Nektar sammeln dürfen. Es sollten Pflanzen vorhanden sein, die den Bienen und anderen Insekten während der gesamten Vegetationszeit Nahrung liefern können.

Bei den Bienen gibt es allein 586 verschiedenen Arten gibt, wovon die Honigbiene nur 9 Rassen stellt. In der Hauptsache sind es Wildbienen, die beispielsweise für die Bestäubung unserer hochgeschätzen Tomaten verantwortlich sind.

Im Gegensatz zu den Honigbienen stechen die Wildbienen nur im allerhöchsten Notfall. Sie sind oft alleinerziehende Mütter und verantwortlich für die Nachkommen, viele sind auch von einer Pflanzenart abhängig. Sie bauen ihre Nester in Sandboden, in Hölzer, Mauern und so weiter. Dort legen sie für jedes Ei einen Nektarvorrat an und sterben nach 6- 8 Wochen. Der Nachwuchs schlüpft, ernährt sich von dem Nektar und verpuppt sich anschließend. Im darauffolgenden Jahr kommt der Nachwuchs ans Tageslicht, wenn die für eigene Art bestimmte Wirtspflanze blüht und Nektar liefert.

Den Rückgang vielen Insekten können wir gut beobachten. Noch vor 20 Jahren mussten wir im Sommer oft die Frontscheiben unserer Autos waschen, wurden ab Juli im Garten von den Mücken gepiesackt und auch in den Häusern schwirrten viel mehr Fliegen. Ursachen gibt es viele: Verdrängung von nicht erwünschten Pflanzen, Zunahme der nächtlichen Lichtquellen, Versiegelung der Grundstücke, Anlegen von exotischen Gärten, die den Insekten keine Nahrung bieten … .

Der Vorstand der Hohner LandFrauen hatte beschlossen in jedem Jahr in einem der Mitgliedsorte solch eine Weide anzulegen und mit dieser Aktion dazu zu animieren, dass wir den Insekten wieder Raum und Nahrung in unserem Umfeld bieten. Die Pollhöfener Ortsvertrauensfrau Elke Salverius hatte sich umgehend mit ihren Frauen und anderen Verantwortlichen aus Pollhöfen besprochen und alles auf den Weg gebracht. Ende August wurden am Dorfgemeinschaftshaus Grassoden abgetragen, Boden aufgefüllt, Pflanzen eingesetzt, gewässert und mit Mulch bedeckt.

Aber jeder kann seinen Beitrag für die Insekten leisten, sei es beim Anlegen einer Pflanzung darauf zu achten, dass sie den Bienen nutzt oder auch mal eine Ecke nur Sandboden bleiben lassen, morsches Holz liegen lassen, Brennnesseln nicht vollständig ausreißen, Unkraut mal Unkraut sein lassen. In einem Beitrag bei Quarks und Co wurde erwähnt, dass allein vom Rainfarn 80 Insektenarten profitieren. Kinder nennen ihn Stinkeblume, die Insekten lieben aber sicherlich seinen Duft und Anblick. Und ohne unsere kleinen Helfer müssen wir nicht verhungern, doch wird die Auswahl an Lebensmitteln sehr viel kleiner.  

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